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Krieg von 1939 bis 1945
"Wer hätte das gedacht, das wir mit Schmerz im
Herzen so die Heimat sehen!“ Mit diesen oder ähnlichen Worten
kehrten unsere Soldaten, Kriegsheimkehrer, Versehrte und Spätheimkehrer in den
Jahren 1945, 1946, 1947 und 1948 zurück. Was haben sie erlebt, was gesehen?
Tiefe Wunden in der Familie, in der Verwandt- und Nachbarschaft, im 0rt und in
unseren Bruderschaften. Im Erfttal und im Kölner Raum
gab es teilweise große Zerstörungen, Köln lag in Trümmern. Trotz der
Hoffnungslosigkeit wurde mit viel Energie, Tatkraft und Mut der Wiederaufbau in
Angriff genommen Die 40 Bruderschaften des ehemaligen Kreises Bergheim lagen
weit auseinander, kaum ein Telefon erleichterte die Kontaktaufnahme. Gegenseitige
Besuche waren im Hinblick auf die desolate Verkehrssituation nur unter größten
Schwierigkeiten möglich. Es gab nur einige wenige Pferdekarren, Kutschen und
klapprige Damenfahrräder, mit 3-5 mal überlegten
Radreifen. In Anbetracht dieser schwierigen Ausgangslage war eine Verkleinerung
des Bezirksverbandes notwendig, um wechselseitige Besuche, gemeinsame
Aktivitäten und Fahrten unternehmen zu können. Unser Bezirksverband: „Bergheim -
Nord“ Alle unsere Bruderschaften haben
eine große Vergangenheit, meist sind es viele Generationen und Jahrhunderte.
Jung ist dagegen unser Bezirksverband. Erstmals wurde am 13. März 1932 die
Gründung eines Kreisverbandes im Kreis Bergheim/Erft
mit 30 Mitgliedsbruderschaften in Elsdorf
beschlossen. Doch die Freude darüber währte nur kurz. Schon 1936 mußten sich, bedingt durch staatliche Schikane, die Bruderschaften ins kirchliche Leben zurückziehen. Nach dem Krieg, und zwar am 6. Januar 1948 wurde in Horrem der von 1932bis 1936 existierende Kreisverband in die Bezirke "Bergheim - Nord" und "Bergheim - Süd“ aufgeteilt. Der Bezirksverband Bergheim - Nord ist mit seinen 23 Bruderschaften und ca. 3000 Mitgliedern der stärkste Bezirk im Diözesanverband Köln. Gemeinsam mit den Diözesan-verbänden Aachen, Trier, Münster, Paderbom und Essen mit insgesamt 1.286 Bruderschaften bildet er den "Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e.V.". Die Standarte Die Weihe der Standarte erfolgte am
23. April 1978 in der Pfarrkirche St. Hubertus in Bergheim - Kenten. Den meisten Lesern dieser Festschrift ist geläufig,
daß die meisten unserer Schützenbruderschaften auf
eine Geschichte über mehrere Jahrhunderte zurückblicken können. Dass aber auch
Bruderschaften und übergeordnete Bezirke nach außen hin ihre
Heimatverbundenheit aus der Geschichte heraus optisch demonstrieren, ist wohl
den Wenigsten geläufig. Gemeint ist hier die Wappendarstellung auf der Standarte
des Bezirkes Bergheim - Nord. Willi Rögele, der
damalige Bezirksbundesmeister dieses Bezirkes und verantwortlich für den
Entwurf dieser Fahne, hat über das Heimatwappen hinaus zwei markante Zeichen
dieses Heimatraumes integriert, nämlich Schaufelrad und Ähre. Nach der
kommunalen Neuordnung im Jahre 1975 erhielt der ehemalige Kreis Bergheim das sogenannte "einigende Wappen" des neuen Eriftkreises. Das große Gebiet dieses Kreises setzt sich
aus Teilen der ehemaligen „jülichen Ämter" Bergheim, Kaster, Grevenbroich, Nörvenich, der Unterherrschaft Hemmersbach, Türnich und Etzweiler, der Pfandherrschaften Paffendorf
und Harff, des kurkölnischen Amtes Lechenich, der kur-kölnischen Herrschaft Bedburg, aus den
Herrlichkeiten Kenten und Quadrath
sowie der Reichsgrafschaft Kerpen zusammen.
Durchflossen wird dieser neue Kreis von dem Flüsschen Erft.
Alle diese Begebenheiten wurden in dem neuen Wappen zusammengefaßt.
Es zeigt ein grünes Schildhaupt mit quergestelltem
Wellenbalken, der einmal die Achsfunktion der Erft
hervorhebt und gleichzeitig den Kreisnamen "Erftkreis" symbolisiert.
Im unteren Teil des Wappens zeigt sich auf einem gespaltenen Schild jenes
Herrscherzeichen der Jülicher Grafen bzw. Herzöge und auf der rechten Seite das
kurkölnische Kreuz, Teilstück des ehemaligen Wappens des Kreises Köln-Land, aus
der Zeit vor dem Dritten Reich. Beide Wappenfiguren, sowohl der Jülicher Löwe
als auch das kurkölnische Kreuz, sind der Nachweis geschichtlicher Tradition
des neuen Kreises, der mit fast allen Teilen, außer Kerpen
und Teilen von Wesseling, Jahrhunderte unter Jülicher und Kurkölnischer
Landherrschaft gestanden hat. Bei der Übergabe der Standarte an die Schützen
des Bezirksverbandes führte Willi Rögele aus: „Das
Erftkreiswappen in unserer Standarte bedeutet für uns Nordbund-Schützen, daß wir uns als interessierte, mitbestimmende,kritische
aber auch verantwortungsbewusste Bürger dieses neuen Erftkreises verstehen".
Dies gilt heute mehr denn je! Das Kreiswappen auf der Standarte des Nordbundes
ist flankiert von einer Ähre und einem Teil eines Schaufelradbaggers. Beide,
Ähre und Schaufelrad, symbolisieren die Arbeitswelt der Schützen vor allem im
nördlichen Erftkreis. In Dankbarkeit erinnert uns die Ähre an unser tägliches
Brot, das uns durch die Hilfe und den Segen Gottes in reichem Maße geschenkt
wird, sowie an die Tüchtigkeit und den Fleiß der Bevölkerung dieses Kreisteiles
und an den fruchtbaren Mutterboden. Das Schaufelrad verbindet die Schützenbrüder
- viele von ihnen auch beruflich - mit dem heimischen Braunkohletagebau. Im Bereich
des Bezirksverbandes Bergheim – Nord schlägt mit der Energie-gewinnung
das Herz der industriellen Produktion im Erftkreis. Die Wirtschaftskraft vieler
Regionen in Deutschland hängt ab von der Stromproduktion im nördlichen
Erftkreis. Das Wappen des Erftkreises mit Ähre und Schaufelrad sowie auf der
Rückseite der Standarte das Emblem der Historischen Deutschen
Schützenbruderschaften, nämlich das Kreuz mit Pfeilen verbunden mit der Aussage
"GLAUBE, SITTE UND HEIMAT" bedeutet allen Schützenschwestern und Schützenbrüdern:
„In Heimatverbundenheit bei Arbeit und Brot, in christlicher Haltung jederzeit
bereit sein zum Helfen, Dienen und Schützen"! Rückblick auf 50 Jahre Jugendarbeit Als 1948 der Bezirksverband Bergheim-Nord gegründet wurde, lag es den Brudermeistern am Herzen, sich auch um die Jugend zu kümmern. Da in einigen Schützenbruderschaften schon Jugendabteilungen bestanden, wurden diese auch in den Bezirksverband aufgenommen. In den ersten Jahren lag das Schwergewicht der Jugendarbeit auf dem Fahnenschwenken, weil das Schießen mit dem Luftgewehr und dem Kleinkaliber-Gewehr von der Militärregierung noch verboten war. Bei einigen Bruderschaften wurden in diesen ersten Jahren nach dem Krieg die Jungschützenkönige bzw. –prinzen und die Schützenkönige mit der Armbrust ausgeschossen. Der Bezirksverband verfügt noch über einige dieser Exemplare. Als das Verbot. mit Luftgewehr und dem Kleinkalibergewehr zu schießen, aufgehoben wurde, kam es bald auch bei der Jugend zu Vergleichskämpfen unter den einzelnen Bruderschaften auf Bezirksebene. Zudem wurden bei den Bezirksbundesfesten Orden ausgeschossen. Die Schießstände wurden in den 50er Jahren am Tag vor den Bezirks – Bundesfest auf einer Wiese oder einem Feld mit Strohballen als Kugelschutz errichtet. Ab dem Jahre 1963 wurde an diesem Tag hin und wieder ein Bezirksprinz ausgeschossen. Nach der Schützenjugend nahmen die Bruderschaften auch Schülerschützen auf. 1973 ist dann erstmals auch ein Bezirksschülerprinz ermittelt worden. 1982 veranstaltete die Bezirks - Schützenjugend ihren 1.Bezirks - Jungschützentag in Glessen. Diese Veranstaltung ist seither zu einer ständigen Einrichtung geworden, die in jedem Jahr im Auftrag und mit Unterstützung des Bezirks-verbandes von einer anderen Bruderschaft organisiert wird. An diesem Tag stand in früheren Jahren das Bezirksprinzen und das Bezirksschülerprinzen – Schießen im Mittelpunkt. Der Bezirksverband Bergheim-Nord konnte bisher mit Angelika Schilk (St. Hubertus Kenten) eine Diözesan-Prinzessin sowie mit Claudia Rath (St.Katharina Niederaußem) und Rene Tombeux (St. Sebastianus Bergheim) zwei Diözesan-Schüler-Majestäten stellen. Josef Falterbaum legte als Bezirksjungschützenmeister (1985 – 1995) sein Hauptaugenmerk auf das Fahnenschwenken. 1985 veranstaltete er zum ersten Mal einen Lehrgang für Fahnenschwenker. Diese gehören seither zum regelmäßigen Angebot des Bezirksverbandes für die Jugendlichen und Schüler der Mitglieds – Bruderschaften. Diese Arbeit trug reiche Früchte im Bezirks-verband und auch in der Diözese. Die Erfolge auf Diözesanebene sind bis heute meist 1. bis 3. Plätze. |
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